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Handbuch Moderne Wundversorgung



Arbeiten mit modernen antibakteriellen Verbaenden (fuer die infizierte Wunde)

?Moderne Verbandstoffe im Einsatz gegen MRSA und VRE? Moeglichkeiten und Grenzen



1. Zielsetzung

Ich nutze die folgenden Seiten um  einen ueberblick ueber die meist
vorkommenden Keime in einer chronischen Wunde und den derzeitigen Stand der antibakteriellen Massnahmen zu geben.

Dabei stelle ich Ihnen einen neuen antibakteriellen Verband vor und gehe auf Wirkweise, Klebetechniken, Moeglichkeiten und Grenzen ein.


Gliederung:


1. Bakterienklassifizierung
2. Der Einfluss von Bakterien auf die Wundheilung
3. Die am haeufigsten vorkommenden  Keime in der Wunde
4. Keimlast
5. Auszuege aus der Entwicklung der antibakteriellen Therapien
6. Der heutige Stand der antibakteriellen Therapie
7. Welchen Sinn macht es, einen antibakteriellen HKV anzuwenden ?
8. Aufbau von Contreet-H
9. Wirkweise von Contreet-H
10. Indikationen/ Kontraindikationen
11. Fallbeispiele zur Behandlung/ Klebetechniken
12. Fallbeispiele zur Prophylaxe
13. Grenzen von Contreet-H
14. Zusammenfassung
15. Buchhinweise, Literaturhinweise
 





 
1. Bakterienklassifizierung

Bakterien unterscheiden sich von anderen einzelligen Mikroorganismen durch ihren Zellaufbau und ihrer Groesse.
Fuer die optische Darstellung muessen 500-bis 1000 fache Vergroesserungen eingesetzt werden, die gerade noch im Bereich der Lichtmikroskope zu erkennen sind. (1)
Die Bakterienformen koennen durch Faerbungen, Sauerstoffbedarf und Pathogenitaet unterschieden werden. Bei den Faerbungen wird mit einem Farbstoff (Einfachfaerbung) oder mit zwei Farbstoffen gearbeitet (Differenzierungsfaerbung) gearbeitet.
Die wichtigste Differenzierungsfaerbung ist die Gramfaerbung. Grampositive Bakterien sind blauviolett angefaerbt, gramnegative Staebchen rot.
Von den Grundformen gibt es Kugeln, das gerade und gekruemmte Staebchen. (1)


Grampositive Kokken:
1. Staphylokokken
2. Streptokokken
3. Pneumokokken
4. Korynebakterien

Gramnegative Staebchen:
5. Fusobakterien
6. Vibrionen
7. Neisserien
8. Kolibakterien
9. Helikobacter

10. Peritriche Begeisselung
11. Lophotriche Begeisselung
12. Monotriche Begeisselung

Sporenbildner:
13. Bacillus und Clostridium
14. Freie Sporen
Quelle: (1)


Bakterien unterscheiden sich nach dem Sauerstoffbedarf.
Aerobe Bakterien  benoetigen Sauerstoff, anzutreffen auf Wundoberflaechen z.B. Pseodomonas aeruginosa.
Anaerobe Bakterien benoetigen eine sauerstofffreie Atmosphaere, anzutreffen in tiefen Wundtaschen z.B Peptostreptococcen
Fakultativ aerobe Bakterien passen sich niedrigen O2 Druecken an (z.B. Escherichia coli)

Pathogene Keime schaedigen gesundes Gewebe wie z.B. Staph. auereus oder haemolytische Streptokokken.
Nicht-invasive wundpathogene Bakterien vermehren sich nur in geschaedigtem Gewebe, dringen aber nicht in das gesunde Gewebe ein.    
Nicht-pathogene Bakterien (normaleHautflora) schaedigen die Wunde nicht (z.B. koagulase-neg. Stapyhlokokken).
2. Der Einfluss von Bakterien auf die Wundheilung (2):

- Stillstand/Verzoegerung der Wundheilung
- Verschlechterung des Wundzustandes
- Schmerzen/ Empfindlichkeit
- Veraenderung des Aussehen der Wunde
      Verfaerbungen,  Taschenbildungen am Wundrand, vermehrte Exsudation
- schlechtes Granulationsgewebe
- Verzoegerte Epithelisierung
- minderwertiges Narbengewebe
3. Die am haeufigsten vorkommenden Keime in der Wunde/ Resistenzen:

Bei einer Erhebung von Daten ueber nosokomialen Infektionen im Auftrag des Bundesministerium fuer Gesundheit ergab sich folgendes Bild:

Haeufigste Erreger bei postoperativen Wundheilungsstoerungen :

1. Stelle: Staphylococcus aureus  
2. Stelle:  Enterokokken
3. Stelle:  Pseudomonas aeroginos  
Dann folgen Streptokokken, Klebsiellen, Proteus, sonstige Enterobakter, Anaerobier

Quelle: Band 56. Schriftenreihe des Bundesministeriums fuer Gesundheit 1995